Ein ganz besonderes Format...

Besonders im Low-Budget-Bereich werden die Vorteile des Super-16-Aufnahmeformates sehr geschätzt. Im Gegensatz zu klassischem 16mm-Negativ, bei dem die Perforation auf beiden Seiten liegt, nutzt Super 16 den Rand für das Bild mit. Man kann sowohl für das spätere Blow-up auf 35 mm, als auch für die Abtastung auf Video für Fernsehzwecke optimale Ergebnisse erzielen. Gegenüber dem Normal-16-Format bietet Super 16 etwa 40 % mehr nutzbare Negativfläche und damit bessere Auflösung und kleineres Korn in der Projektion. Außerdem ist 16mm-Filmmaterial bei weitem nicht so teuer wie 35 mm. Beim Rohfilm-Einkauf spart man etwa 60 % gegenüber einer 35mm-Produktion. Während es früher nur wenige umgerüstete Kameras für Super 16 gab und auch die Kopierwerke immer mit Schrammen im Randbereich des Bildes zu kämpfen hatten, ist Super 16 heute ein absolut gängiges Format.

 

Der Nachteil

Katharina Thalbach und Jacques Breuer in 'Liebe, Leben, Tod', gedreht auf Super 16 mm mit anschließendem Blow-up auf 35 mm.

Ein kleiner Wehmutstropfen sei hier nicht unerwähnt: In der Regel lässt sich Super 16 nicht direkt im Kino vorführen (nur über den Weg eines Blow-ups auf 35 mm). Dort, wo bei der 16mm-Filmkopie die Tonspur (Lichtton oder Magnetton) liegt, befindet sich beim Super-16-Format noch ein Teil des Bildes.

 

Man kann aber mit besonderen, so genannten Perfoläufern verkoppelbaren Projektoren im Zweibandverfahren Super 16 vorführen. Manche Festivals haben diese Möglichkeit angeboten, um auf diese Weise auch TV-Filme, von denen es keine 35mm-Kopie gibt, im Festival vorführen zu können. Dies sind aber seltene Ausnahmen geblieben. Hier hat die Industrie die Anwender, obgleich es praktikable Lösungen für eine weite Verbreitung gäbe (Ton auf CD etc.), leider im Stich gelassen.

 

Erfunden wurde das Super-16-Format von dem schwedischen Kameramann Rune Ericson (Kamera: "Ronja Räubertochter"), der dafür im März 2002 mit dem Technik-Oscar ausgezeichnet wurde. Er setzte das Format erstmals bei dem Film „Lyckliga Skitar“ 1969 ein. Die französische Kameraschmiede AATON stattete bereits Anfang der 70er Jahre seine Kameras mit diesem Feature aus und trug damit sehr zur Verbreitung dieses Formats bei.