Speicher der Sony F3

Speicherslot der Sony PMW F3

Zu den gerne verdrängten Wahrheiten rund um die digitale Bildaufzeichnung gehört es, dass gleichwertige analoge Aufzeichnungen weitaus weniger Informationen beinhalten mussten. Im Vergleich zu einem analogen SD Fersehsignal etwa, welches in 5MHz Bandbreite unterzubringen ist/war, benötigt das gleiche Signal digitalisiert 40 MHz Bandbreite.

 

Eingedampft

Ein unbearbeitetes HD Signal ist damit achtmal so groß. Erst durch die Datenreduktion und Kompressionen diverser Codecs wird das Digitale Signal dann (oft genug auch unter sichtbarem Qualitätsverlust) eingedampft und die Datenmenge reduziert.

 

Nun das was dann datenreduziert und optimiert übrig bleibt, ist auch noch eine ganze Menge und bei höheren Auflösungen (2K, 4K, 6K, 8K) und größerer Farbtiefe (4:2:2, 4:4:4) kommt da Einiges zusammen. Der Wunsch, RAW aufzuzeichnen, vergrößert die Datenmenge zusätzlich.

 

Ja und wenn es dann auch noch Virtual Reality in hoher Auflösung mit mehr als 5 Kameras sein soll, multiplizieren sich diese Datenmengen noch einmal. Da braucht es häufig eine externe "Rennmaschine", also einen extrem schnellen Computer mit schnellen Schnittstellen, um all diese Daten sicher abzuspeichern. Die Herausforderungen an die Speicher,- und Prozessorhersteller sind enorm.

 

Speicherstrategie für Dreharbeiten

SD Speicherkarten

SD Speicherkarten und Speicherstick

Wer also ein Projekt plant, sollte dafür sowohl die direkten Aufnahmemedien, in der Regel Speicherkarten oder SSDs, sowie die Backupmedien (im Profibereich sollte 2X gesichert und die Medien wie Festplatten oder SSD an getrennten Orten aufbewahrt werden) den Speicherbedarf vorab kalkulieren, um nicht bei Dreh und Workflow unangenehme Überraschungen zu erleben.

 

Damit das etwas leichter fällt, haben wir hier gängige Parameter für verschiedene Kameras und Auflösungen zusammengestellt. Das kann natürlich nur ein Anhaltspunkt sein, sich ändernde Codecs, andere Bildfrequenzen etc. führen natürlich immer auch zu Veränderungen bei den Datenmengen.

 

Außerdem kann man natürlich höchst unterschiedliche Auflösungen an den Kameras einstellen. Hier haben wir vorzugsweise die jeweils höchsten Auflösungen zu Grunde gelegt.

 

Übersicht verschiedener Kameras

Kameratyp Codec Auflösung Bildrate pro Minute pro Stunde
Blackmagic Cinema: ProRes (HQ) 1080p 24 B/sec 1.32 GB 79 GB
Blackmagic Cinema: RAW 2.5K 24 B/sec 7.2 GB 432 GB
Blackmagic Pocket: ProRes (HQ) 1080p 24 B/sec 1.32 GB 79 GB
Blackmagic Pocket: RAW 1080p 24 B/sec 3 GB 185 GB
Blackmagic 4K: ProRes (HQ) 4K UHD 24 B/sec 5.3 GB 318 GB
Blackmagic 4K: RAW 4K UHD 24 B/sec 12 GB 741 GB
Canon 5D MII: H.264 1080p 24 B/sec 285MB 17 GB
Canon 5D MIII: H.264 ALL-I 1080p 24 B/sec 682 MB 40 GB
Canon 7D: H.264 1080p 24 B/sec 360 MB 21 GB
GoPro Hero4 Protune 4K 24 B/sec 3,6 GB 216 GB
Panasonic: DVCPRO HD 1080i 25 B/sec 705 MB 41 GB
Panasonic GH4: H.264 4K 24 B/sec 712 MB 42 GB
Red One Redcode 42 4K 24 B/sec 1,5 GB 92 GB
Epic Dragon Redcode 8:1 6K 24 B/sec 5,3 GB 312 GB
Sony F55 RAW 4K 24 B/sec 8 GB 480 GB

 

Die Zahlen sind alle minimal gerundet, doch im Endergebnis durchaus repräsentativ. Man kann zudem eine leichte Ahnung bekommen, wo man bei noch höheren Auflösungen und größerer Farbtiefe bzw. Dynamik (Blendenumfang) oder mehreren VR Kameras in einem Array landet. Insbesondere hohe Datenraten pro Sekunde zeigen auf, welche Schreibgeschwindigkeit die entsprechenden Speichermedien bereitstellen müssen.