Brennweite/Aufnahmewinkel

Zeiss Digi-Primes in verschiedenen Brennweiten

Zeiss Digi-Primes in verschiedenen Brennweiten

Die Wirkung der Brennweite hängt sehr stark von der Größe des Filmbildes bzw. der Sensorgröße ab. Ein Objektiv, welches etwa im Kleinbild (gängige Spiegelreflex-Fotoapparate, bei Digitalkameras auch gerne "Full Frame" genannt) als Normaloptik wirkt (50 mm), würde an einer 6x6-Kamera wie ein Weitwinkel wirken. Das Aufnahmeformat 6X6 ist größer, ist im Filmbereich etwa mit 65mm vergleichbar. Die Alexa 65 hat derartig große Sensoren verbaut.

 

Umgekehrt würde das gleiche 50mm Objektiv an einer MFT oder APS-C Kamera als Teleobjektiv fungieren, beide Formate sind kleiner als "Full Frame".

 

Brennweiten und Bildwirkung

Die Wahl der Brennweite entscheidet in einem großen Maße die Bildwirkung, die man erzielt. Dabei gibt es neben anderen Auswirkungen vor allem drei Faktoren, die von Brennweite zu Brennweite variieren:

 

Die Schärfentiefe

 

Die Verdichtung oder Dehnung des Raumes

 

Den Eindruck von Plastizität, insbesondere bei 2D Aufnahmen

 

Wir diskutieren an dieser Stelle die unterschiedlichen Bildwinkel (für Seminaristen: Dem genauen Bezug zwischen Brennweiten und Filmformat widmen wir einen Teil im Online-Seminar.)

 

Weitwinkel

Meist haben die Objektive eine großflächige Frontlinse. Hier wird das Bild zerstreut und im hinteren Bereich des Objektivs gesammelt (7 bis 8 Linsen). Weitwinkel verändern die Dinge, die wir damit aufnehmen, gegenüber unserer normalen Wahrnehmung mit dem Auge recht deutlich: Es wird mehr Raum erfasst.

 

Doch das Vergnügen ist nicht ganz ohne Nebenwirkungen: Je nach dem Grad des Weitwinkels kann es auch zu gewissen Verzerrungen kommen. Man kann diese Wirkung des fliehenden Hintergrundes auch nutzen, um dramatische Effekte zu erzielen. Eine interessante Begleiterscheinung: Die Schärfentiefe ist, selbst bei offener Blende, sehr groß, meist ist vom Vordergrund bis zum Hintergrund alles scharf.

 

Normalbrennweite

Auch Standardbrennweite genannt. Dieses Objektiv entspricht ziemlich genau dem Bildwinkel, mit dem unser Auge die Welt wahrnimmt. Entsprechend beliebt ist es und wird häufig verwendet. Der Aufbau (meist 6 bis 7 Linsen) ist relativ symmetrisch, es sind ungefähr genau so viele sammelnde Außenlinsen wie zerstreuende Innenlinsen vorhanden.

 

Der Schärfentiefebereich ist ab mittleren Blendenwerten relativ groß, jedoch nicht so groß wie bei einem Weitwinkel-Objektiv. Der Einsatzbereich ist ziemlich universell und die Abbildungsqualität hoch. Beim Fotoapparat (Kleinbild) liegt der Wert bei 50 mm. Bei MFT (oder 16mm-Film) bei rein rechnerisch bei 16 mm oder 17,5mm. Doch es gibt auch Kameraleute, die hier 22 mm einsetzen. Zu den schematischen Darstellungen des Linsenaufbaus der Objektive sei noch angemerkt, dass sich jeweils in der Mitter der Objektive (gekennzeichnet durch 2 waagerechte kurze Striche) die Blende (damit wird die Belichtung eingestellt) befindet.

 

Teleobjektiv

Mit Teleobjektiven wird der Ausschnitt, den man aufnimmt, enger, gleichzeitig werden größere Entfernungen verkürzt. Mechanisch gesehen hat es einen unsymmetrischen Aufbau. An der Frontseite wird gesammelt, auf der inneren Seite wird zerstreut. Teleobjektive können aus wenigen Linsen hergestellt werden (5 bis 6).

 

Die Teleobjektive modellieren das Objekt, welches man aufnimmt, aus dem Hintergrund heraus. Ihre Schärfentiefe ist nicht groß, der Bildhintergrund wird rasch unscharf. Dieser Effekt führt aber auch dazu, dass der bildwichtige Teil geschönt wird. Das Gesicht der Hauptdarsteller im Film wird dadurch präsenter. Ganz allgemein kann man sagen, wirkt auch die Darstellung, nicht zu verwechseln mit der Perspektive, oft interessanter, reicher.