Der Saal verdunkelt sich, das allgemeine Gemurmel verstummt. Dann ertönt der Gong und der Vorhang öffnet sich...  Aber wie kommt jetzt das Bild auf die Leinwand? Praktisch alle Kinos verfügen über einen kleinen Raum, der an den Zuschauersaal angrenzt,- die Vorführkabine. Und hier arbeitet alte oder auch hochmoderne Technik um die Filmbilder auf die Leinwand zu werfen.

 

Filmprojektor

Filmprojektor

Der Filmprojektor funktioniert ziemlich ähnlich wie eine Kamera, mit Bildfenster, Umlaufblende und Objektiv, nur genau umgekehrt. Das Licht wird hinter dem Bildfenster von einer möglichst hellen, möglichst kleinen Lichtquelle erzeugt. Es strahlt durch das winzige Bild und wird durch das Objektiv extrem vergrößert. Frühe Projektoren aus der Anfangszeit waren manchmal zugleich auch als Kameras nutzbar.

 

Die Lichtquelle waren früher Kohlebogenlampen, mit denen helles Kunstlicht (Farbtemperatur) erzeugt werden konnte. Sie erzeugten enorme Hitze und bedurften häufiger Wartung (Justage). Bei alten Projektoren sieht man oft noch mächtige Abluftrohre aus dem Projektor ragen, die zu Schornsteinen etc. führten.

 

Überhaupt waren die Maschinen die unsere Filmträume auf Leinwand geworfen haben, riesig, laut und mechanische Meisterwerke. Transportiert wird der Filmstreifen genau wie in der Kamera bildweise, intermetierend.

 

Und so wie es in der Filmkassette der Kamera Schlaufen gibt, trifft man sie auch im Projektor an. Sie sorgen dafür, dass aus der ruckweisen Bewegung recht schnell wieder eine kontinuierliche wird, denn die ist nötig, um den Ton auf der Kopie (Lichtton in der Regel) möglichst gleichmäßig auslesen zu können.

 

Kohlebogen-Glühlicht-Projektor

Projektionslicht mit Kunstlicht Farbtemperatur

Frühe Projektoren hatten Glühlicht-Farbtemperatur und waren mit Kohlebogen-Lampen ausgestattet. Diese Kohlebogen Kontakte mussten vom Filmvorführer aufeinander zubewegt werden, bis ein Lichtbogen entstand. Sie erzeugten nicht nur helles Licht sondern auch sehr viel Hitze.

 

Moderne Projektoren arbeiten meistens mit Xenon-Licht, welches eine Tageslicht-Farbtemperatur aufweist. Dieser Unterschied der Farbtemperaturen ist deshalb wichtig, weil im Kopierwerk berücksichtigt wird, für welchen Lichttyp die Kopie abgestimmt werden muss. Da heute fast alles Xenon ist, werden heutige Kopien automatisch darauf abgestimmt.

 

Betrachtet man aber alte Kopien (für Kunstlicht abgestimmt) mit einem Xenon-Projektor, so kann es sein, dass die Farben zu bläulich abgebildet werden. Der Vorführer kann diesen Effekt, der etwa bei Klassikern auftritt, korrigieren, indem er einen 85er (Orange-)Filter in den Strahlengang bringt.

 

KinoLicht Xenon Projektoren

KinoLichtXenon

In den meisten Vorführräumen standen zwei Projektoren, in denen jeweils ein Akt (ca. 20 Min) eines Filmes eingelegt ist. Wenn der erste Akt durchgelaufen ist, der Vorführer erkennt dies an rechteckigen und runden Marken im oberen Bildrand, dann wird der 2. Projektor abgefahren. Dann wird der 1. Akt aus dem 1. Projektor ausgelegt und der 3. eingelegt. Ist der 2. Projektor mit dem 2. Akt durch, geht´s mit dem ersten Projektor weiter. Es gibt allerdings auch Systeme mit großen Tellern oder Spulen für Endlos-Projektion etc. Diese findet man vor allem in Kinos mit vielen Leinwänden, wo ein oder zwei Vorführer gleich 10 Kinos gleichzeitig bespielen müssen.

 

Digitale Kinos

Heute sind die meisten Kinos in den Industrieländern mit digitalen Beamer-Projektoren ausgestattet. Diese sind in der Bedienung viel einfacher, viele Kinosäle spielen vollautomatisch ihr Programm ab. Doch die Kosten für die Kinobetreiber sind durch die digitalen Projektoren enorm gestiegen. Während klassische Filmprojektoren viele Jahrzehnte liefen, sind moderne Beamer nur wenige Jahre einsetzbar.