Fehlermeldung "Ungenügender Arbeitsspeicher"

Nun hat man nach langen Mühen endlich seinen Film in FinalCut Pro fertig geschnitten, hat die Mischung vielleicht in einem professionellen Tonbearbeitungsprogramm wie ProTools bearbeitet und gemischt, hat den Mix gebounced und wieder in das Final Cut importiert und möchte nun endlich sein Master erstellen. 

Normalerweise geht das auch recht einfach, man exportiert einfach das Werk vom in (Taste i) bis zum Out Point (Taste o) und gibt den Befehl Ablage exportieren- als Quicktime Film exportieren (oder falls in einem anderem Format als dem originären Aufnahmeformat) per Quicktime Konvertierung.

 

Echtes Problem oder Geduldsfrage? 

Soweit so gut. Und tatsächlich fängt FinatCut Pro auch an, den Film heraus zu rechnen und eigentlich könnte alles gut sein. Doch dann kommt er, der Moment wo das Rendern nach 40 Minuten bei etwa 30 % abbricht und gerne auch FinalCut Pro unerwartet beendet wird. Ein einmaliges Ungeschick denkt man sich und versucht es gleich wieder. 

Das gleiche Spiel nur diesmal wird angezeigt dass der Arbeitsspeicher nicht reicht. Was nun? Ist der Arbeitsspeicher, der so klaglos so viele Filme gerendert hat plötzlich zu klein geworden? Ist die Datei, die doch eigentlich nur einen 10-Minüter beinhaltet plötzlich so groß?

Beinahe jeder Cutter eines Schnittsystems, so er es selber auch wartet und keinen hilfreichen EDV-Spezialisten mal eben rufen kann kann so seine Leidensgeschichten erzählen von Filmen, die man einfach nicht in der gewünschten Weise bearbeiten oder herausrechnen konnte. Da fließt sehr viel Zeit in den Abfluss der kreativen Verzweiflung...

 

Welche Schritte sind zu tun?

Schritte die den MAC allgemein betreffen 

  1. Man prüft den tatsächlich verbauten Arbeitsspeicher im Rechner, denn der kann durch aus auch kaputt gehen. Also- Apfel-Symbol oben links, Über diesen Rechner und schon weiß man, die 7 GB (in unserem Fall) sind tatsächlich noch da. Final Cut verlangt Minimum 4 GB Arbeitsspeicher, mehr davon ist sehr sinnvoll, parallel geöffnete Programme schlucken davon natürlich auch gerne Leistung, die also als Erstes schließen. 
  2. Eine zweite Überprüfung, die nicht direkt das Schnittprogramm, sondern den MAC Rechner betrifft, ist das reparieren von Zugriffsrechten. Man findet unter Programme/Dienstprogramme das so genannte Festplattendienstprogramm. In der linken Spalte wählt man dann mit Mausklick die Festplatte aus, welche geprüft bzw. bei welcher die Zugriffsrechte repariert werden sollen und lässt den Vorgang mit Klick auf "Zugriffsrechte des Volumes reparieren" ablaufen. Das kann etwas dauern, lohnt aber.

 

Schritte, die FinalCut betreffen 

  1. Weitere Entlastung bringt, wenn man in den Sequenzeinstellungen die Waveform Anzeige und die Clip-Bildanzeige abschaltet und nur die Namen der Clips anzeigen lässt. 
  2. Man überlegt, welche Bestandteile von FinalCut Pro den Arbeitsspeicher belasten könnten. Da gibt es durchaus einige Verdächtige, beispielsweise PlugIns bei den Video,- oder Audioeffekten. Es soll Editoren geben, die da sogar Testversionen schlummern haben. Befreit man FinalCut Pro von den nicht zwingen notwendigen Plugins könnte das Problem gelöst sein. 
  3. Gibt es vielleicht Bild,- oder Tonmaterial was korrupt ist oder vielleicht welches die Kapazität des Programms sehr fordert. Hier kommen wir gleich zu den nächsten Verdächtigen: Fotos. Werden Standbilder in einen Film eingeschnitten und man importiert die mit der originären Auflösung etwa aus seiner DSLR Kamera, beschneidet im FinalCut evtl. sogar noch den Ausschnitt, weil das Bild-Seitenverhältnis im Film ein anderes ist, dann überlädt man das Programm mit extrem anspruchsvollen Aufgaben, die viel zu große Foto-Datei muss verkleinert und ein Ausschnitt gerendert werden. Also- alle eingeschnittenen Fotos noch mal anpacken und vor dem Importieren in FC Pro in einem Bildbearbeitungsprogramm zunächst ins richtige Bild-Seitenverhältnis zuschneiden (freistellen bei Photoshop) und dann in exakt der Bildgröße umrechnen, die auch das Video hat. Dann speichern und neu ins FC Pro importieren und das alte Foto im Schnitt mit dem Befehl "ersetzen" in der Timeline austauschen. 
  4. Wenn all diese Maßnahmen nicht helfen, kann man auch das ganze Programm zurücksetzen. Wenn FinalCut sehr träge ist oder länger den farbigen Warte-Ball anzeigt kann es Sinn machen, die Voreinstellungen zu löschen. Dies stellt quasi wieder ein frisches FinalCut her, löscht aber auch alle Einstellungen die man sich eingerichtet hat. Hier beschrieben der Weg für die Version FinalCutPro 6, bei anderen Versionen kann es Unterschiede in der Vorgehensweise geben. 

    Dazu muss man genau 4 Dateien in zwei unterschiedlichen Ordnern löschen, es versteht sich von selbst, dass man das FinalCut selbst natürlich nicht geöffnet haben darf. 

    Gelöscht (oder für ängstlichere Menschen umbenannt) werden: 

    Im Ordner Benutzer/Benutzername/Library/Preferences: "com.apple.FinalCutPro.plist" 

    Im Ordner Benutzer/Benutzername/Library/Preferences/Final Cut Pro User Data: Final Cut Pro 6.0 Prefs + Final Cut Pro Obj Cache + Final Cut Pro Prof Cache 

    Diese müssen entweder umbenannt oder in den Papierkorb geschoben werden und den anschließend entleeren. Beim nächsten Programmstart werden diese Dateien von FinalCut einfach neu erstellt.

 

Die verschiedenen Maßnahmen sollte man in der Reihenfolge wie angegeben durchführen und nach den beiden ersten MAC Maßnahmen, erst einmal testen, ob FCP wieder problemlos rendert. Falls nicht, dann mit den ersten drei FCP Maßnahmen fortfahren, zuletzt, wenn auch diese nicht geholfen haben kann man die vierte und letzte Maßnahme ausprobieren. Viel Erfolg!